Apple in China – Zeit für eine Abkehr vom geliebten Hype?

Apple, iPhone und Steve Jobs sind sehr bekannte Begriffe, die fast jeder auf der Welt kennt. Ob man nun lieber Android oder iOS nutzt, spielt dabei keine Rolle. In ihren heimischen USA ist Apple der größte Computer- und Handyhersteller, und die meisten Amerikaner haben zumindest ein Apple-Produkt benutzt. Neben den USA ist China der zweitgrößte Markt für Apple-Produkte. Doch das könnte sich in der Zukunft ändern.

Die chinesische Regierung möchte nämlich die Nutzung der VPN (Virtual Private Network) komplett untersagen. Die ersten Schritte wurden auch schon gemacht. China hat Apple unter Druck gestellt und die haben sich gebeugt, und haben alle VPN-Anbieter von ihren chinesischen App-Stores entfernt.

Was bedeutet die Entfernung der VPN-Anbieter?

Einerseits kann man diese Entscheidung verstehen. Es ist immerhin ein kleinerer Verlust, die VPN zu entfernen, da es auch andere Möglichkeiten gibt, der Zensur zu entgehen, als ein Verkaufsverbot im Kauf zu nehmen, wenn sie sich weigern. Meiner Meinung nach ist es überhaupt traurig, dass die chinesische Regierung so weit geht mit der Zensur.

Allerdings könnte diese Entscheidung Apple auch den chinesischen Markt kosten. iPhone-Nutzer sind, verständlicherweise, weniger als glücklich mit diesen Schritt von Apple. Und das zeigt sich in den Verkaufszahlen. Immer mehr Menschen in China greifen nun zu heimischen Herstellern wie Huawei, Cubot oder Xiaomi.

Wieso beugt sich Apple dem Willen der chinesischen Regierung?

Es scheint, als gibt es bei solch einen Dilemma keine richtige Entscheidung. Verluste muss man so oder so im Kauf nehmen. Das haben andere auch hinter sich. Microsoft hat ein besonderes Windows für die chinesische Regierung entwickelt und Google hat sich komplett zurückgezogen. Ihre Suchmaschine kann man in China nicht benutzen, weil Google die Suchergebnisse nicht mehr zensieren wollte.

Wir können schlecht sagen, ob es besser für Apple wäre, sich zu weigern. Es ist auch nicht ganz einfach, ein Produkt in einen Land zu verbieten. Klar, das hätte den Verhältnissen zwischen Apple und der chinesischen Regierung bestimmt nicht gut getan, aber es wäre vielleicht möglich gewesen, einen Kompromiss auszuhandeln, der beiden Seiten zusagt.

Jetzt ist es allerdings zu spät dazu und Apple verliert immer mehr chinesische Nutzer. Das könnte auch dazu führen, dass Apple ganz aus China verschwindet. Außerdem verliert Apple nun auch international an Ansehen, obwohl sich das in den weltweiten Verkaufszahlen noch nicht zeigt.

Vermeintliche Sicherheit durch Zensur

Dieses Problem kann man nicht mehr so leicht ignorieren. Wer weiß, wen es morgen treffen könnte. Und das nicht nur in China. Andere Hersteller könnten woanders in der Welt auf genau das gleiche Dilemma treffen. Vielleicht nehmen sie sich an Apple ein Beispiel und beugen sich, vielleicht weigern sie sich so wie Google.

Überall auf der Welt werden neue Maßnahmen getroffen, um das Internet vermeintlich sicherer zu machen, auch durch Zensur. Hoffentlich gehen andere Länder nicht so weit wie China, um das durchzusetzen. Wenn ja, kann man etwas dagegen machen? Kann man dagegen ankämpfen als Konsument oder als Hersteller? Sollte man überhaupt versuchen, dagegen anzukämpfen? Diese Fragen bleiben wohl vorerst offen, wie die Frage, ob Apple vielleicht hätte besser handeln können. Jetzt können wir alle nur zuschauen und abwarten was passiert.