Motion Design ist eine spezielle Art des bewegenden Designens

Motion Design: Bewegung im Fokus

Motion Design: ein in den letzten Jahren häufig anzutreffender Begriff. Egal ob unter Mediengestaltern, Webdesignern oder interessierten Schülern, egal ob wohlklingender Begriff in Unterhaltungen zwischen Kreativen oder kraftvoller Ausdruck in der breiten Massenwerbung: An Motion Design scheint man kaum noch vorbeizukommen.

Doch worum handelt es sich dabei eigentlich genau? Und ist es vielleicht nur ein „alter Hut“, neu verpackt in einem hübsch klingenden Päckchen? Der vorliegende Artikel verrät es!

Bewegte Bilder, neu definiert

Motion, also englisch für „Bewegung“, ist Designgegenstand. Motion Design ist als Fach diverser Ausbildungs- und Studiengänge sowie als Teildisziplin diverser Kreativ- und Designberufe aktuell anzutreffen. Audio- und Videoelemente werden im gestalterischen Prozess dabei mit modernen Techniken verbunden. Als Beispiel heranziehen lassen sich etwa Filmvorspanne, in denen Film, Musik und Text bereits vor Beginn des Films eine ganz bestimmte Stimmung beim Zuschauer suggerieren sollen.

Bewegte Bilder mit Audiospur, also klassische Filmsequenzen, werden mit ganz verschiedenen Bausteinen aus dem Grafik-Design oder auch Textelementen versehen. So entstehen beim Betrachter Stimmungen und Emotionen. Eine Welt wird konstruiert. Bild und Ton haben eine ganz bestimmte Form zugewiesen bekommen, Bewegungen erhalten Form und Funktion: Motion Design.

Motion Design: eine neue Kunst?

Zwar gibt es eine Reihe von modernsten Techniken und Mitteln des Motion Designs. Doch die dahinterstehende Idee, mittels der Verbindung von Ton-, Audio- und Gestaltungselementen gewissen Emotionen zu erzeugen, ist nicht neu. Schon in den ersten Zeichentrickfilmen des 19. Jahrhunderts kann eine Form oder ein Vorläufer des Motion Designs gesehen werden. Künstler und Zeichner waren plötzlich in die Lage versetzt worden, ihren Bildern Leben einzuhauchen. Mit der Verpflichtung der Filmstudios, beteiligte Kreative zum Filmbeginn namentlich aufzuführen, war das Title Design geboren, durch welches ellenlange Namenslisten in lebendige Sequenzen nebst interessanter Bilder und ansprechender Vertonung eingebunden wurden.

Mit dem technischen Fortschritt und der Hinzuziehung von Technikern und später auch Programmierern entstand die Video- beziehungsweise Medienkunst als ganz neue Disziplin. Heute ist Motion Design nicht nur in Kino- oder Spielfilmen anzutreffen, sondern vor allem auch in der Werbung und ganz besonders auch in den sozialen Medien. Durch geschickte Verquickung von Bildern, Videosequenzen, Musik und Schrift können ganz bestimmte Emotionen beim Zuschauer angesprochen werden, der zu erhofften Reaktionen führt, wie etwa, sich bestimmten Gruppen und Personen in Netzwerken anzuschließen oder Produkte zu kaufen. Auf diese Weise präsentierte Informationen werden viel schneller und zielgerichteter wahrgenommen, als lange Erklärungen. Aktuell sind dreidimensionale Technologien und Augmented Reality der nächste Schritt in der Geschichte des Motion Design.

Motion Designer: Ausbildung, Studium, Jobs und Gehalt

Motion Design, oft schlicht als „Design“ betitelt, ist ein Studienfach oder wird als Teildisziplin anderer Studiengänge angeboten. Oft werden die technischen Grundlagen vermittelt und die zentralen Aspekte der künstlerisch-grafischen Gestaltung vernachlässigt, weil die entsprechenden Inhalte einfach den Rahmen klassischer Bachelorstudiengänge sprengen würde.

Motion Design ist ein interdisziplinäres Feld. Im Berufsalltag arbeiten Motion Designer mit Künstlern, Programmieren, Illustratoren, Regisseuren, Marketingexperten, Ingenieuren, Autoren, Produzenten, Mediengestaltern, Musikern und Artdirektoren zusammen, um nur die Wichtigsten zu nennen. Es geht darum, Elemente zu verbinden, um Informationen zum Betrachter zu transportieren und bestimmte Emotionen und Folgen zu erzeugen. Die Arbeit macht also niemals eine Person allein, sondern entsteht im Zusammenspiel und Spannungsfeld der Beteiligten. Motion Designer fügen die Elemente und Informationen ansprechend und mit entsprechendem technischem, grafischem und künstlerischem Wissen zusammen. Arbeitsplätze finden sich natürlich in der Filmproduktion oder in Zeichentrick und Illustration. Aber vor allem im Bereich von Marketing und Social Media sind Stellen zu finden. Motion Designer werden in nahezu allen Disziplinen benötigt, die von der Digitalisierung stark betroffen sind. Gehälter liegen in Deutschland bei durchschnittlich 42.000 Euro brutto jährlich.